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Hama IR100 Testbericht

thomas, 27. September 2014
Endnote 1,7 Gut
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Zubehöranbieter Hama hat mit dem IR100 ein kleines Design-Schmuckstück im Programm. Fragt sich nur, ob der hippe Würfel auch was taugt.

(328 Rezensionen)

POSITIV

  • + Einfache Bedienung, große Sendervielfalt
  • + Integrierter MP3-Player für USB-Stick und Netzwerk
  • + Viele sinnvolle Anschlussmöglichkeiten

Negativ

  • - Bei hohen Lautstärken unsauberer Sound
  • - Etwas billig wirkende Fernbedienung

Als Anbieter von zahlreichem Zubehör und Extras rund um Foto, Video, Computer und Unterhaltungselektronik hat Hama mehrere Internet-Radios im Produktportfolio. Besonders auffällig ist der dunkle Würfel des IR100: Trotz kompakter Bauweise bietet er viele Anschlüsse und Funktionen.

Design/Verarbeitung

Das Hama IR100, ein schwarzer Kubus mit abgerundeten Ecken, begeistert uns dank seiner Formgebung schon beim Auspacken. Es fühlt sich äußerst robust an. Die Würfelseiten aus rauem, beschichtetem Kunststoff wecken den Eindruck, als würden sie einiges aushalten und obwohl sie nicht besonders edel wirken, entsteht zusammen mit der Front in Klavierlackoptik ein insgesamt hochwertiges Aussehen.

Das Kunststoffgehäuse des IR100

Das ist ein Musikwürfel, den man sich gerne in jede Umgebung stellt. Er würde mit seinen jeweils etwa 16 Zentimetern Kantenlänge durchaus auch in kleine Regalfächer passen, doch das ist wenig vorteilhaft, weil die Lautsprecher an den Seiten liegen. Schade finden wir, dass sich auf der Oberseite ein Knopf befindet; so kann man nichts auf dem Gerät abstellen.

Inbetriebnahme

Das mitgelieferte deutschsprachige Handbuch ist vorbildlich und sogar mit (leider englischen) Screenshots bebildert, aber fast nie notwendig. In wenigen Schritten lässt sich das Internet-Radio mit dem heimischen Funknetz verbinden und sichert die Connection mit üblichen Verfahren wie WEP, WPA oder WPA2. Dabei unterstützt es sowohl die klassische Eingabe des WLAN-Schlüssels wie auch die vereinfachte Konfiguration mithilfe des WPS-Standards, wo eine simple PIN reicht. Alternativ verwendet man die RJ45-Netzwerkbuchse auf der Kehrseite des Systems.

Danach startet das Gerät in englischer Sprache (insofern passen die Screenshots im Handbuch), was wir in den Einstellungen aber leicht auf Deutsch umstellen können. Besonders erfreulich: Die Rückseite bietet sowohl einen Audioeingang als auch einen Audioausgang mit Line-Pegel, jeweils als 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ausgeführt. Damit lässt sich das IR100 an eine Stereoanlage anschließen. Alternativ kann es selbst als Mini-Anlage für eine externe Signalquelle fungieren. Positives Detail: Mit dem robusten Kippschalter auf der Rückseite lässt sich das Gerät komplett vom Strom trennen. Sinnvoll auch, dass Kopfhöreranschluss und USB-Buchse auf der Gehäusefront platziert sind.

USB-Buchse und Kopfhöreranschluss befinden sich an der Front

Bedienung

Der Klangwürfel verwendet ein 128×64 Pixel zeigendes, graublaues und ziemlich kleines Display, das nur in einem relativ engen Winkel gut lesbar ist und nur vier bis fünf wählbare Menüpunkte abbilden kann. Dank sauberer hierarchischer Struktur findet man sich trotzdem stets zurecht. Vor allem der große Navigate/Select-Knopf vereinfacht das rasche Navigieren durch Menüs, indem man ihn dreht und dann durch Drücken etwas auswählt. Selbst die WiFi-Zugangsdaten können wir damit ruckzuck eingeben, auch die Volltextsuche nach Sendern ist damit ein Klacks.

Der zweite dominante Drehknopf regelt die Lautstärke und dient zugleich als Standby-Taste. Eine einzelne Preset-Taste gibt Zugriff auf 10 Speicherplätze, in denen man Radiostationen ablegen oder abrufen kann, je nachdem, ob man die Taste lang oder kurz drückt. Weitere Knöpfe schalten den Betriebsmodus um oder dienen der Navigation. Die großen Regler finden wir gelungen, die Buttons vielleicht etwas klein, aber durchweg gut bedienbar; nur deren graue Beschriftung ist schwer zu lesen. Was wirklich fehlt: echte Stationstasten direkt am Gerät. 

Hama legt seinem Radio eine etwas billig wirkende Minifernbedienung bei, die mit Knopfzellen gespeist wird. Lobenswert: Auf ihr liegen die fünf, mit Shift-Umschalttaste zehn Preset-Tasten, die man am IR100-Bedienfeld vermisst. Auch sonst gibt die Fernbedienung sinnvollen Schnellzugriff auf die Funktionen des Players. Noch hipper ist natürlich die Möglichkeit, Handy oder Tablet als Fernsteuerung zu verwenden. Im Test gelingt uns das auf Android- und IOS-Geräten spielend einfach, auch weil die App selbst bemerkt, welche Radios sich im genutzten WLAN befinden.

Sendervielfalt/Menü

Hama verwendet auch beim IR100 das gut ausgestattete Stationsverzeichnis vTuner, von dessen Stationsfülle sich jeder auf [http://vtuner.com/] selbst ein Bild machen kann. Dank des Navigate/Select-Knopfes navigiert man darin spielend durch die Senderlisten. Der Nutzer kann über Kontinente und Nationen zu Musikgenres gelangen oder umgekehrt erst das Genre wählen, und dann das Land, in dem sich das diesen Stil sendende Radio befindet. 

Spezielle Listen versammeln populäre, zuletzt gehörte oder lokale Digital-Funkhäuser. Und während der Wiedergabe zeigt das IR100 Infos zum Netzradio, zum ausgewählten Track und teils auch Kurznachrichten. Beim Einschalten startet es den Sender, der beim Ausschalten lief.

Die Klangqualität ist anständig

Klangqualität

Sagen wir es so: Die beiden 5-Watt-Lautsprecher unter den deutlich sichtbaren Metallgittern an den Seiten des 15-Zentimeter-Würfels geben sich redlich Mühe. Rock und Pop klingen ziemlich anständig, doch bei hohen Lautstärken geht schnell die Brillanz flöten. Bei elektronischer Musik mit vielen Flächen und bei Orchestermusik neigt der Kubus zum leichten Dröhnen, bei hohen Pegeln auch zum Klirren. News und Talks verstehen wir einwandfrei, aber etwas dumpf und hölzern.

Das ist im alltäglichen Gebrauch aber nicht ganz so tragisch: Kleine Räume füllt das kubistische Kraftpaket durchaus mit anständigem Sound. Nur wenn wir im Test richtig aufdrehen, wird das Gerät deutlich lauter, als es dem Klang gut tut. Bässe und Höhen lassen sich zwar mit einem Equalizer etwas anpassen, dies allerdings eher grob. Jeweils beim Aufruf neuer Sender stören kurzfristig diskrete Nebengeräusche, im Kopfhörer sind sie bei Internetsendern mit leiser Musik ebenfalls vernehmbar. Der Klang über Line-Out an Stereoanlagen ist hingegen tadellos.

Sonstiges

Vor allem mit dem USB-Anschluss an der Frontseite hat der kleine Klangwürfel ein Feature auf Lager, das man keineswegs überall finden kann. Steckt man einen USB-Stick ein, kann man durch die Verzeichnisse navigieren und darin gespeicherte Songs in Formaten wie MP3, WMA oder auch FLAC abspielen.

Das Display des IR100 zeigt bei der Wiedergabe MP3-Metainformationen an, sofern vorhanden. Songs lassen sich in einer Playlist aufnehmen und per „Shuffle“ durcheinanderwürfeln. Negativ: Die langen Verzeichnisnamen unseres Teststicks kürzt das IR100 teilweise zu Buchstabensalat. Abspielbar sind die Dateien allerdings trotzdem, also hilft es, kürzere Dateinamen zu verwenden. Übrigens kann das IR100 MP3-Dateien nicht nur vom USB-Stick, sondern auch von DLNA-kompatiblen Medienfreigaben im Netzwerk abspielen, etwa von Windows oder Netzwerkspeichern. 

Den Schlummer-Modus haben die Entwickler denkbar gut implementiert: Drückt man die auf der Fernbedienung – oder auf der Oberseite des Würfels – leicht erreichbare Sleep-Taste mehrmals, erhöht sich die Sleep-Zeit um jeweils 15 Minuten: Drei Mal drücken, schon schaltet sich der aktuelle Sender nach einer halben Stunde selbst ab. Die Alarm-Funktion hingegen ist nur von der Fernbedienung aus direkt ansprechbar. Sie stellt zwei getrennt programmierbare Wecker zur Verfügung, die beide zu bestimmten Wochentagen und Uhrzeiten loslegen können. Sowohl Radiostation als auch Lautstärke der Weckfunktionen sind einstellbar, sodass man sich morgens leise mit seiner Lieblingsmusik oder Nachrichten wach machen lassen kann. Wir haben es ausprobiert: Das IR100 holt uns zuverlässig aus dem Schlaf.

Unser Testfazit

Das Hama IR100 ist fast perfekt: Es ist kompakt, sieht gut aus, lässt sich auf vielfältige Weise sehr einfach bedienen und punktet auch noch mit Anschlüssen. So fungiert es dank USB-Slot auch als MP3-Player, lässt sich an Stereoanlagen anschließen und gibt seinerseits Musik von Zuspielern wieder. Allein der Sound überzeugt uns nicht hundertprozentig, er gerät bei hohen Lautstärken zuweilen etwas dumpf und hölzern. Dennoch eine Design-Empfehlung für jeden Haushalt, erst recht zu Straßenpreisen um die 90 Euro.

(328 Rezensionen)

POSITIV

  • + Einfache Bedienung, große Sendervielfalt
  • + Integrierter MP3-Player für USB-Stick und Netzwerk
  • + Viele sinnvolle Anschlussmöglichkeiten

Negativ

  • - Bei hohen Lautstärken unsauberer Sound
  • - Etwas billig wirkende Fernbedienung

Preisvergleich

Endnote 1,7 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    1.0
     
  • Bedienung
    1.5
     
  • Klangqualität
    2.0
     
  • Sendervielfalt
    1.5
     
  • Ausstattung
    2.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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