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Hama DIR3000 Testbericht

thomas, 27. September 2014
Endnote 2,0 Gut
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Als Designschmiede ist Hama nicht gerade bekannt – und doch lockt das Hama DIR3000 mit einem Radio im Retro-Look, das noch dazu zwei starke Lautsprecher mitbringt. Für um die 135 Euro darf man als Kunde dafür natürlich etwas erwarten.

(0 Rezensionen)

POSITIV

  • + Simple Bedienung, Sender leicht wählbar
  • + Zusätzliche Empfänger für UKW und DAB/DAB
  • + Apps für iOS/Android zur einfachen Fernsteuerung

Negativ

  • - Keine dedizierten Stationstasten
  • - Anschlüsse auf der Rückseite, auch für Kopfhörer
  • - Übertrieben basslastiger Klang

Hama startete als Anbieter von Foto- und Videozubehör, und weil die Bereiche mit Computer, Kommunikation und Entertainment immer mehr zusammenwachsen, hat man inzwischen auch verschiedene Internet-Radios im Portfolio. In diesem fällt das Hama DIR3000 durch seinen „Ghettoblaster-Look“ auf und lockt mit etlichen Extras.

Design/Verarbeitung

Beim Design hat Hama mehr gewollt als erreicht. Auf den ersten Blick wirkt das Gerät im Test zwar wie ein ziemliches schniekes Radio im Retro-Look, doch bei näherem Hinsehen verliert sich dieser Eindruck allzu schnell. So fühlt sich das mit schwarzem Kunststoff beschichtete Gehäuse zwar robust, aber nicht besonders wertig an. Eine Ausnahme ist die fesche Front aus Aluminium, doch auch deren Farbton will nicht ganz zu dem der Lautsprecher-Metallgitter passen. In Bad, Küche und Arbeitszimmer kann das DIR3000 ein Schmuckstück sein, nur fürs Wohnzimmer hat es wohl zu wenig echten Style. Mit Maßen von 300 x 125 x 155 Millimetern fällt es zudem recht wuchtig aus und nimmt viel Platz weg.

Das optische Erscheinungsbild de DIR3000

Inbetriebnahme

Das Gerät lässt sich problemlos in Betrieb nehmen. Nach dem Anschalten wählen wir die Region, dann das vorhandene Funknetz und geben schließlich dessen Kennwort ein. Das geht uns zügig von der Hand und das Radio startet in englischer Sprache, was sich in den Einstellungen aber leicht auf Deutsch umstellen lässt. Offiziell unterstützt das Gerät alle wichtigen Standards für Funknetzwerke, bis hin zum Sicherheitsmerkmal WPA2. Alternativ kann man Hamas Radio über den Netzwerkanschluss an der Rückseite betreiben. Dort liegen auch der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss und ein 3,5-mm-Eingang für externe MP3-Player und Handys.

Das Bedienkonzept: wenig überzeugend

Bedienung

Das weiß-graue Display überzeugt weder durch Auflösung noch durch Blickwinkel oder Kontraste. Nur wenn wir direkt vorne darauf blicken, können wir es gut ablesen. Bei den Bedienelementen dominieren zwei große Knöpfe die Front: Der linke erlaubt die Rauf-Runter-Navigation in Menüs, einfaches Draufdrücken wählt einen darin markierten Eintrag aus, beides funktioniert sehr gut. Der rechte Button ändert die Lautstärke, doch statt eines analogen Reglers hat sich Hama hier unglücklicherweise für einen digitalen Taster entschieden. Den müssen wir im Test jeweils bis zum spürbaren Anschlag drehen, um die Wiedergabe um einen Punkt von 32 leiser oder lauter zu machen. Das erweist sich in der Praxis als zäh bis nervtötend. Die restlichen Knöpfe haben einen soliden, knackigen Druckpunkt. Allerdings kann man die 13 Tastenbeschriftungen nur mit Mühe ablesen und ihre Anordnung folgt eher dem Wunsch nach Symmetrie als den Anforderungen von Benutzerfreundlichkeit.

Auf der Mini-Fernsteuerung sind die Tasten weitaus sinnvoller angeordnet und besser lesbar. Sie wirkt aber unverhältnismäßig billig und benötigt unpraktische Knopfzellen. Echte Stationstasten fehlen: Stattdessen zeigt sich nach dem kurzen (zum Aufrufen) oder langen (zum Speichern) Druck der Memory-Taste eine Liste mit 10 Speicherplätzen, aus der dann zu wählen ist. Daher muss der User zur Senderwahl stets aufs Display schauen, das ist wenig intuitiv. Unschön auch: Das Gerät hat keinen Ausschalter, es befindet sich ständig im Standby. Extrem nützlich: die App „Hama Smart Radio“ für Tablets und Smartphones mit iOS oder Android. Sie verbindet sich, gesichert durch eine im Gerät einstellbare PIN, mit dem DIR3000 und erlaubt es Ihnen, alle Funktionen fernzusteuern. Sogar die Volltext-Suche nach Sendern wird damit zum Kinderspiel.

Sendervielfalt/Menü

Als Radiosenderverzeichnis verwendet das Hama DIR3000 das bewährte und gut ausgestattete vTuner [http://vtuner.com/]. Mit dem Select-Knopf fällt darin die Selektion eines geeigneten Senders sehr leicht. Das DIR3000 gibt sich dabei zuvorkommend und zeigt zunächst lokale (deutsche) Radiostationen und gespeicherte Favoriten an. Wer hier nicht schon fündig wird, durchforstet die Liste aller Netz-Funkhäuser, wobei man entweder den Weg über Regionen (über Kontinente bis hin zu Nationen) oder Musikstile (wie Big Band oder Weltmusik, wiederum ebenfalls regional filterbar) gehen kann. Stets gibt es weitere Möglichkeiten, besonders populäre oder unlängst hinzugefügte Stationen des Landes oder Genres zu finden. Im Display zeigt das Radio den Namen des Senders oder des aktuellen Songs an, bei Nachrichtensendern sieht man auch mal Kurznachrichten. Praktisch für müde Badezimmer-Hörer: Schaltet man das Radio während einer Wiedergabe aus, wählt es beim Anschalten von selbst die zuletzt gespielte Station.

Das Klingbild ist etwas unausgewogen

Klangqualität

Auf den ersten Blick erwartet man einen hervorragenden Sound, immerhin ist das Gerät voluminös und hat gleich zwei Lautsprecher, die es zusammen auf 10 Watt bringen. Doch das Klangbild ist leider unausgewogen. Das DIR3000 spart zwar nicht an Bässen, doch diese finden wir eher polternd und unangenehm. Das fällt vor allem bei Klassik, Rock und Pop auf, sowie immer dann, wenn man ordentlich aufdreht. Sprachsendungen und Nachrichten klingen noch verständlich. Es kommt auch auf den Geschmack an: Bei eher ruhiger elektronischer Musik und bei leisen Geräuschpegeln klingt das Gerät durchaus angenehm warm. Mit einem ziemlich grob gestrickten Equalizer in den Systemeinstellungen können wir Bässe und Höhen anpassen, um das dumpfe Poltern einigermaßen in den Griff zu kriegen. Dort vorhandene Presets wie Rock oder Pop wirken erst mal nützlich, verändern aber den Klang allzu stark. Etwas störend fällt auch auf, dass beim Ändern der Lautstärke ein leichtes Digitalknacksen zu vernehmen ist, und beim Betrieb mit Kopfhörern ist bei extrem leiser Einstellung ein raschelndes Rauschen wahrnehmbar.

Sonstiges

Die Teleskopantenne auf der Rückseite des DIR3000 holt auf Wunsch auch UKW- und DAB+/DAB-Radiosender ins Haus. Wie das Internet-Radio haben auch beide Funkradios jeweils 10 Speicherplätze für Sender. Das Display zeigt die Signalstärke an, dadurch kann man die Ausrichtung der Antenne leichter für den optimalen Empfang anpassen. Bei Bedarf fungiert Hamas DIR3000 auch als Medien-Player, der Musikstücke direkt von kompatiblen PCs und Netzwerkgeräten (DLNA-Standard) holt. Stark finden wir zwei weitere Extras: eine Uhr mit zwei Weckzeiten und eine Schlaf-Funktion. Beide liegen auf einer eigenen Taste, was sich in der Praxis als höchst sinnvoll erweist: Einmal drücken und drehen reicht, um das Radio auf 15 (oder mehr) Minuten Abschaltzeit zu eichen. Die zwei Wecker lassen sich unabhängig voneinander programmieren: Sie starten dann täglich, an Werktagen oder am Wochenende zu bestimmten Uhrzeiten und spielen aus den Presets frei wählbare Radiosender (Internet, DAB, UKW) mit einer einstellbaren Lautstärke ab.

Testfazit

Beim Hama DIR3000 finden Licht und Schatten zusammen. Die Features stimmen und das Design ist prinzipiell gelungen, nur bei näherem Hinsehen und Anfassen fehlt es uns an Wertigkeit. Der Sound ist warm und bassreich, neigt aber etwas zum Dröhnen. Den Klang kann man per Equalizer zum Teil in den Griff kriegen, dann macht das Ding in Küche und Bad auch ordentlich Wumms – zu Straßenpreisen von 135 Euro gerade genug.

(0 Rezensionen)

POSITIV

  • + Simple Bedienung, Sender leicht wählbar
  • + Zusätzliche Empfänger für UKW und DAB/DAB
  • + Apps für iOS/Android zur einfachen Fernsteuerung

Negativ

  • - Keine dedizierten Stationstasten
  • - Anschlüsse auf der Rückseite, auch für Kopfhörer
  • - Übertrieben basslastiger Klang

Preisvergleich

Endnote 2,0 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Bedienung
    2.0
     
  • Klangqualität
    2.5
     
  • Sendervielfalt
    1.5
     
  • Ausstattung
    2.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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