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Grundig Cosmopolit 3F Testbericht

thomas, 27. September 2014
Endnote 2,2 Gut
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Der Vollsortimenter Grundig gibt sich mit dem Cosmopolit 3F Web bescheiden, doch in dem unscheinbaren Gerät stecken interessante Details.

(0 Rezensionen)

POSITIV

  • + Mit wertiger Fernbedienung einfach bedienbar
  • + Viele Anschlussmöglichkeiten, auch Line-In/Out
  • + MP3-Player für USB-Stick und Netzwerk integriert

Negativ

  • - Etwas billig wirkendes Chassis
  • - Ohne Fernbedienung schlecht bedienbar

Grundig war einst das Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders, doch das Traditionsunternehmen musste Insolvenz anmelden und ist heute eigentlich nur noch ein Markenname. Doch die Inhaber gingen damit in den vergangenen Jahren sehr vernünftig um. Heute ist das Sortiment ebenso interessant wie qualitätsbewusst – ob diese generelle Aussage auch beim etwas altbacken benannten Grundig Cosmopolit 3F Web gilt?

Design/Verarbeitung

Beim Auspacken fällt uns die eigenwillige Gehäuseform des erstaunlich leichten Geräts auf. Die nach hinten etwas geschwungene Frontseite gibt sich dunkel, dahinter versteckt sich das eigentliche Gehäuse. Die Webseite verspricht ein Aluminiumgehäuse, wir finden allerdings nur Kunststoff im Metallic-Look.

Das Design des Grundig Cosmopolit 3F

Weil es daher kaum 800 Gramm wiegt, wirkt das 28 x 15 x 9 Zentimeter kleine Gerät etwas zerbrechlich. Es steht scheinbar robust auf Gummifüßen, aber nur, bis man den großen Frontknopf drückt – dann rutscht es davon. Hochwertig wirkt es beim Anfassen nie; sieht man aber nur die dominante Front, kann man mit der Formgebung durchaus zufrieden sein.

Inbetriebnahme

Das Handbuch erklärt mit 14 teils bebilderten Seiten alles Wichtige. Die Installationsprozedur samt Anmeldung beim Netzwerk stellt keine Hürde dar und ist im Nu bewältigt. Das kosmopolitische Radio unterstützt die Funknetzstandards IEEE 802.11b/g mit WPA2-Verschlüsselung und hat auch eine RJ45-Buchse zum Anstöpseln eines gängigen Netzwerkkabels. Detailfehler: Das Gerät startet in englischer Sprache, was sich aber über die Settings schnell beheben lässt.

Die Anschlüsse an der Rückseite

Seine Anschlüsse hat das Cosmopolit 3F Web auf der Rückseite. Davon gibt es mehr als erwartet: Kopfhörer-Ausgang, Line-In und Line-Out (alles 3,5 mm Klinke) sind direkt zugänglich, Netzwerk- und USB-Buchse hinter einer Gummilasche versteckt. Das bedeutet, dass man externe Player an das Grund-Radio anschließen kann, umgekehrt könnte man es auch an einer klangstarken Stereoanlage betreiben.

Bedienung

Das Display des Grundigs ist größer als bei ähnlichen Systemen, löst aber nicht besser auf und wirkt daher ein wenig pixelig. Das muss ja nicht schlecht sein: Was es anzeigt, können wir im Test nämlich sehr gut ablesen, auch von der Seite. Das dominante „Jog-Dial“ auf der Vorderseite sieht praktisch aus: Während der Wiedergabe ist es ein einfach zu benutzender Lautstärkeregler, in Menüs kann man damit in die gut geordnete Hierarchie der Radiosender hineinnavigieren: Pferdefuß: Mangels „Zurück“-Tasten gelangt man anschließend nicht mehr heraus und muss zur Fernbedienung greifen.

Die Bedienelemente befinden sich an der Oberseite

Die vier Knöpfe auf der Oberseite sind wegen des nach hinten stark abfallenden Designs kaum zu sehen und schwer zugänglich, noch dazu knacken sie unangenehm laut. Mit ihnen wechselt man das Hauptmenü, aktiviert die Liste der Favoriten-Sender, schaltet die Betriebsart (Internet, Medienplayer, UKW, Line-Eingang) um und das Gerät in den Standby oder auf An. Schnell erwischt man da mal den falschen Knopf und ärgert sich.

Für sich genommen lässt sich das Gerät nicht richtig rund bedienen. Doch Grundig hat ja eine verhältnismäßig wertige Fernbedienung normaler Größe beigelegt. Sie bietet zehn Preset- und zahlreiche andere Tasten für alle möglichen Einstellungen, die hier jeweils eigene Knöpfe erhalten haben. Weil sie mit Standard-AAA-Zellen betrieben wird, ist sie mehr als nur ein Behelf; die Druckpunkte ihrer Gummitasten sind sauber, das Navigationskreuz hilfreich. Die Reichweite lässt keine Wünsche offen.

Sendervielfalt/Menü

Grundig pflegt ein eigenes Verzeichnis von Radiostationen, eine modifizierte Version von vTuner.com, die man über die Website [www.grundig.radiosetup.com] nach Anmeldung seines Radios auch erweitern kann. Bei der Navigation haben wir die freie Wahl: Starten wir mit Genres, gelangen wir über Musikrichtungen wie „Smooth Jazz“ oder „Weltmusik Europa“ wahlweise zu einer Liste aller Sender, empfohlener Stationen oder den Netzradios eines Landes. Beginnen wir umgekehrt mit der Länderauswahl, können wir nach Kontinenten auch Nationen wie Ägypten und danach dann Stile wie „Christlich-modern“ auswählen.

Hier und in speziellen Listen für besonders beliebte oder neue Sender gibt es viel zu entdecken. Hält man während der Wiedergabe die OK-Taste der Fernbedienung gedrückt, fügt man die Station zu einer Favoritenliste hinzu. Sie ist über das Senderverzeichnis auch unabhängig von den 10 Schnellzugriffstasten erreichbar.

Die Klangqualität: eher trocken und nüchtern

Klangqualität

Die technischen Daten versprechen 3 Watt Musikleistung, da ist von dem Mono-Lautsprecher nicht viel zu erwarten. Das Grundig-Radio erweist sich ganz klar als Player für Küche, Bad oder Schlafzimmer, der bei hohen Lautstärken an seine Grenzen stößt. Bei gemäßigtem Pegel beherrscht es hingegen alle Musikrichtungen. Egal ob Pop, Klassik oder Nachrichtensendungen: Das 3F klingt stets ausgeglichen, bei Elektronik vielleicht etwas trocken und nüchtern.

Man lässt besser die Finger vom etwas grobschlächtigen Equalizer, der auf Wunsch Bässe und Höhen aufpeppt, denn er verbessert den Klang nicht wirklich. Aber erst bei lauter Rockmusik fehlt es dem Leichtgewicht hörbar an Druck und der Sound gerät schlierig. Auf Amazon-Rezensionen beschweren sich übrigens einige Benutzer über ein Rauschen bei leiser Wiedergabe: Wir konnten es im Test ebenfalls hören, ein fisseliges Grundrauschen, das vor allem in ruhigen Schlafzimmern stören dürfte. Stadtmenschen, die an Straßen wohnen, werden es eher nicht hören.

Sonstiges

Das eingebaute UKW-Radio hat einen etwas zu feinfühligen Sendersuchlauf, das stellt bei der Sendersuche schnell die Nerven auf die Probe. Gefundene Broadcaster lassen sich auf die 10 Preset-Tasten der Fernbedienung legen. Allerdings muss man schon guten Empfang haben, um UKW störungsfrei zu hören.

Pluspunkte verdient sich das Cosmopolit 3F Web mit dem MP3-Player. Er kann einerseits Medienangebote im Heimnetz abrufen, sofern diese dem DLNA-Standard folgen (Windows-Freigaben, NAS- und Router-Shares). Er kann aber auch auf USB-Sticks zugreifen. Blöd nur, dass man diese umständlich auf der Rückseite einstecken muss.

Der Player gibt MP3-Formate ebenso wieder wie WMA. Positiv fällt auf, dass er auch lange Dateinamen unterstützt, negativ, dass er keine ID3-Tags anzeigt – im Display zeigt sich bei der Wiedergabe einfach nur der Name der Musikdatei. Wer eine Party beschallen will, kann Tracks einer gemeinsamen Liste hinzufügen und diese wiederholen und in Zufallsreihenfolge wiedergeben.

Das Cosmopolit 3F hat gleich zwei eingebaute Wecker. Wochentage, Uhrzeiten, Sender, Lautstärken und so weiter lassen sich individuell einstellen. Mit der S-Taste der Fernbedienung legen Sie fest, dass sich das Radio nach einer bestimmten Zeit abschalten soll. Zugleich dient der S-Knopf als praktische „Snooze“-Funktion, um einen Weckruf des Radios weitere 5, 10, 15 oder 30 Minuten hinauszuzögern.

Es gibt übrigens ein anderen Modell, das Grundig Cosmopolit 3F Web IP: Es hat zusätzlich ein iPod-Dock, an das man iPhone oder iPod direkt an der Vorderseite einstecken kann (noch nicht für Lightning-Anschluss).

Testfazit

In ein etwas billig wirkendes Gehäuse packt Grundig beim Cosmopolit 3F Web Internetradio, UKW-Empfänger und MP3-Player. Das alles funktioniert gut, obwohl der USB-Anschluss an der Rückseite unnötig schwer zu erreichen ist. Der Klang bietet klare Höhen und zurückhaltende Bässe, aber nur bei niedrigen bis normalen Lautstärken – viel Power ist dem Leichtgewicht nicht zu entlocken. Mit Line-Anschlüssen empfiehlt sich das Gerät als Erweiterung für Stereoanlagen, doch dafür gibt es sowohl bessere als auch preisgünstigere Geräte.

(0 Rezensionen)

POSITIV

  • + Mit wertiger Fernbedienung einfach bedienbar
  • + Viele Anschlussmöglichkeiten, auch Line-In/Out
  • + MP3-Player für USB-Stick und Netzwerk integriert

Negativ

  • - Etwas billig wirkendes Chassis
  • - Ohne Fernbedienung schlecht bedienbar

Preisvergleich

Endnote 2,2 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    1.0
     
  • Bedienung
    3.0
     
  • Klangqualität
    3.0
     
  • Sendervielfalt
    2.0
     
  • Ausstattung
    1.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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