Endnote 3,3 Befriedigend
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Dual IR 5 Testbericht

thomas, 27. September 2014
Endnote 3,3 Befriedigend
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Mit dem Dual IR5 bietet der Hersteller von Unterhaltungselektronik ein kompaktes und leichtes Gerät. Bleibt die Frage, ob das tragbare Internet-Radio nicht nur bei der Mobilität, sondern auch beim Sound überzeugen kann.

(118 Rezensionen)

POSITIV

  • + Fünf echte Preset-Tasten für zehn Speicherplätze
  • + Akkubetrieb reicht für mehrere Stunden Musik
  • + Klein und leicht für Küche, Bad und Arbeitsplatz

Negativ

  • - Spröder Klang ohne Wärme und Druck.
  • - Kaum Anschlüsse, nur Kopfhörer anschließbar.

Der Name Dual hat noch immer einen guten Klang, denn einst war das deutsche Unternehmen einer der größten Hersteller von Plattenspielern. Der Markenname ist geblieben. Unter dem Label sind heute verschiedenste Geräte der Unterhaltungselektronik zu haben, darunter auch einige Internet-Radios. Das Dual IR 5 ist das kleinste und kompakteste davon – ein tragbarer Musikspieler für 80 bis 90 Euro.

Das Design des IR 5

Design/Verarbeitung

Unser erster Eindruck des Dual IR 5 ist wertig und robust, obwohl es mit nur 510 Gramm recht leicht ausfällt. Das Design mit den abgerundeten Ecken ist zeitlos und zurückhaltend. Die Gehäuseform entspricht dem eines klassischen, tragbaren Kofferradios, bis hin zur ausklappbaren Teleskopantenne auf der Oberseite. Praktisch: Wegen der geringen Abmessungen von 200 x 115 x 43 Millimetern (BxHxT) passt es problemlos in jede Reisetasche.

Das Äußere besteht weitgehend aus stabilem schwarzem Plastik, nur auf einem Teil der Vorderseite liegt ein Metallgitter über dem verborgenen Lautsprecher. Wie ein typisches Kofferradio steht das IR 5 auf seiner schmalen Seite – und hat daher keinen besonders guten Stand. Wohl deswegen haben die Entwickler der Rückseite eine kleine Klappe spendiert: Schwenkt man sie nach außen, liegt das Gerät stabil im 30-Grad-Winkel. So lässt es sich auch gut bedienen – ideal zum Beispiel für den Einsatz auf dem Schreibtisch. Nachteil: Der Ständer wirkt nicht besonders robust und ist wahrscheinlich das erste Teil, das kaputtgehen wird.

Inbetriebnahme

Auch Nichttechniker können das IR 5 schnell und einfach in Betrieb zu nehmen. Den Einrichtungsassistenten finden wir beim Testen dennoch ärgerlich. Er verwendet teils englische, teils deutsche Sprache, während die Knöpfe durchweg englisch beschriftet sind. Bei einem Hinweis wie „Mit ‚Auswahl‘ beenden“ kann man daher nur raten, ob wirklich die Taste ‘Select’ gemeint ist.

In Heimnetzen bewältigt das Dual IR 5 alle üblichen Übertragungsverfahren ohne Probleme und beherrscht auch den modernen Sicherheitsstandard WPA2. Nur die Eingabe des WLAN-Kennworts gerät mithilfe der Knöpfe etwas mühsam, ist aber letztlich ebenfalls zu bewältigen. Einige Funknetz-Router bieten auch das vom IR 5 unterstützte sogenannte WPS-System an; dann reicht es, bei der Ersteinrichtung eine kurze PIN einzugeben.

In beiden Fällen ist man danach „drin“ und kann loshören. Allerdings will das IR 5 im Test erst einmal ein Update der Gerätesoftware (Firmware) durchführen, was jedoch weitgehend automatisch abläuft und niemanden vor Hindernisse stellen dürfte. Schade: Dual hat bei den Schnittstellen gespart, daher gibt es außer einem 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang keine Anschlüsse.

Bedienung

Das Display des IR 5 ist ziemlich klein ausgefallen und fasst daher meist nur wenige Menüpunkte. Weil die Nutzerführung aber streng strukturiert ist, reicht das zur Navigation völlig aus. Die im Dunkeln blau leuchtende Anzeige ist jedoch nur dann gut ablesbar, wenn man wirklich senkrecht darauf blickt. Wenn wir das Gerät von der Seite bedienen, wird das Bild schnell kontrastarm und schwer lesbar.

Wesentliche Elemente der Bedienung sind eine Taste für Rauf-Runter-Bewegung im Menü, eine Taste zur Auswahl eines im Menü markierten Eintrags und eine Zurück-Taste, mit der man eine Navigationsebene höher gelangt. Positiv: Gleich fünf Preset-Knöpfe für UKW- und Internet-Radio-Stationen bieten schnellen Zugriff auf Sender, mithilfe der Taste „Shift“ sind somit insgesamt zehn leicht erreichbare Speicherplätze nutzbar.

Der Druckpunkt der Buttons geht in Ordnung, es knackt beim Drücken nur etwas unangenehm. Zur Lautstärkeregelung dient ein kleines Analograd an der rechten Gehäuseseite, das etwas zu leichtgängig ist und daher Feineinstellungen erschwert.

Sendervielfalt/Menü

Das Verzeichnis der Radiostationen ist umfangreich und bietet für jedes Interesse reichlich Stoff. Der Anwender navigiert darin durch eine virtuelle Baumstruktur und wählt Radiosender nach Kontinenten und Nationen oder nach Genres wie Ambient, Blues, Jazz, Klassik und so weiter aus. Schnelle Musik ist kein Problem: Auf der Ebene von Ländern oder Musikgenres finden wir spezielle Menüs für empfohlene Sender, mit denen man wenig falsch machen kann.

Für Deutschland bietet das IR 5 außerdem eine eigene, vom Hauptmenü aus schnell erreichbare Senderliste. Listen zuletzt gehörter, populärer oder neuer Stationen vereinfachen ebenfalls den Zugriff auf Musik. Zu alledem steht auch eine Volltextsuche bereit, bei der sich die Texteingabe mit den wenigen Tasten aber naturgemäß unhandlich gestaltet. Wer das Radio bei wifiradio-frontier.com anmeldet, kann dort eine Datenbank eigener Lieblingssender pflegen und Radios hinzufügen, die das – ohnehin sehr gut ausgestattete – Verzeichnis vielleicht noch nicht kennt.

Hat man einen Sender gewählt, speichert ihn ein längerer Druck auf eine der fünf Stationstasten dauerhaft; über die Shift-Taste stehen weitere fünf Presets bereits. Zehn Radiostationen können wir auf diese Weise für den schnellen Abruf speichern. Während der Wiedergabe zeigt das IR5 jeweils den Sendernamen und erweiterte Informationen, alternativ den Namen des aktuellen Musikstücks (sofern die Station es unterstützt).

Praktisch: Schaltet man das Radio während der Wiedergabe eines gewählten Senders aus, startet es beim Einschalten genau diesen. Allerdings kennt das Gerät keinen Standby-Modus, daher muss es sich beim Anschalten neu im Netzwerk anmelden, was stets etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Die Klanqualität ist eher enttäuschend

Klangqualität

Als herbe Enttäuschung empfinden wir beim Testen den Klang, der natürlich den kompakten Abmessungen geschuldet ist. Das Dual IR 5 sieht eben nicht nur wie ein Kofferradio aus, es klingt auch so, und der 1-Watt-Mono-Lautsprecher füllt bestenfalls ein Badezimmer.

Musikgenres wie Pop oder Rock klingen bei geringen Lautstärken noch ganz passabel, dreht man aber auf, gelangt das Radio sehr schnell an seine Grenzen. Bei Klassik, Jazz und Ambient fällt deutlich auf, dass Bässe und Höhen fehlen und der Klang kaum Körper hat. Nur Sprache und Nachrichten sind stets gut verständlich. Klangliche Einstellmöglichkeiten gibt es übrigens keine.

Sonstiges

Trotz kompakter Maße hat das Dual IR 5 einige Extras in petto, allen voran das UKW-Radio. Wie das Internet-Radio speichert es gefundene Sender durch längeres Drücken der Preset-Tasten, auch hier stehen eigene zehn Speicherplätze bereit. Begleitend zeigt das Display Empfangsstärken- und Stereo-Infos, bei einigen Stationen dank RDS-Standard auch den Sendernamen.

Angesichts der Größe überraschend: Das IR 5 ist auch ein Medienabspielgerät. Es sucht im Heimnetzwerk nach geeigneten Quellen, etwa Netzwerkspeicher, Windows-PCs mit Freigaben oder Router mit eingesteckten Speichersticks. Die Quellenwahl ist recht einfach, das Radio wird damit auch zum MP3-Player.

Testfazit

Die Stärke des Dual IR 5 ist seine hohe Mobilität: Es wiegt wenig und ist klein, dank Akku können wir im Test auch ohne Steckdose mehrere Stunden Netzmusik hören. Doch das geht zulasten des Sounds, der beim IR 5 ziemlich enttäuschend ausfällt. Funktional kann das IR 5 nur den UKW-Empfänger als attraktives Extra einbringen. Auch angesichts fehlender Anschlussvielfalt sind 80 bis 90 Euro ein recht hoher Preis. Ein Gerät, das vornehmlich für den mobilen Einsatz ohne Stromnetz interessant ist.

(118 Rezensionen)

POSITIV

  • + Fünf echte Preset-Tasten für zehn Speicherplätze
  • + Akkubetrieb reicht für mehrere Stunden Musik
  • + Klein und leicht für Küche, Bad und Arbeitsplatz

Negativ

  • - Spröder Klang ohne Wärme und Druck.
  • - Kaum Anschlüsse, nur Kopfhörer anschließbar.

Preisvergleich

Endnote 3,3 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    4.0
     
  • Bedienung
    3.5
     
  • Klanqualität
    4.0
     
  • Sendervielfalt
    2.0
     
  • Ausstattung
    4.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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