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DNT IPdio Tune Testbericht

thomas, 27. September 2014
Endnote 2,6 Befriedigend
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Mit dem IPdio Tune spricht dnt die Audiophilen an: Das Internet-Radio passt in jeden Komponenten-Turm. Macht es darin aber auch in den Bereichen Anschlüsse und Bedienung eine gute Figur?

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POSITIV

  • + 99 Speicherplätze auf Fernbedienung
  • + Zahlreiche Radiosender bis hin zu Aupeo
  • + Reichlich Anschlüsse

Negativ

  • - Wenig übersichtliches Display
  • - USB-Anschluss auf Rückseite

Hier meint es ein Anbieter mal ernst: Das IPdio Tune des Elektronik- und Zubehöranbieters dnt kommt nämlich als echte Hi-Fi-Komponente ins Haus und macht entsprechend was her. Mit Rack-Maßen und zahlreichen Anschlüssen bis hin zum Digitalausgang spricht es gezielt den gehobenen Musikhörer an – und das keineswegs zu abgehobenen Preisen.

Design/Verarbeitung

Wer das dnt IPdio Tune auspackt, der hat ein Lächeln im Gesicht: endlich was zum Anfassen! Das System passt mit 43 x 27 x 6 Zentimetern in typische Komponentenracks, hat das dort übliche Gehäuse aus Metall und steht auf breiten, runden Metallfüßen. Beim Testgerät glänzt die Front im Titan-Look, es gibt allerdings auch eine Alternative in Schwarz, die unerklärlicherweise teurer ist.

Das Ipdio Tune im Metallgehäuse

Die Verarbeitung der Anschlüsse auf der Rückseite ist einwandfrei, das Gerät hat dort sogar einen echten Ausschalter. Lobenswert: das externe Netzteil in moderner, platzsparender Bauweise. Zum Lieferumgang gehört außerdem eine Wurfantenne, die am Koaxial-Antenneneingang des UKW-Empfängers allerdings ziemlich eng sitzt. Auffällig ist die externe WLAN-Antenne auf der Rückseite: Sie ist leider fest verbaut, könnte also bei Bedarf nicht mit einer größeren ersetzt werden.

Inbetriebnahme

Auch technisch kaum versierte Nutzer können das dnt Tune in wenigen Minuten mit dem Netzwerk verbinden. Dazu schließt man es entweder über die RJ45-Buchse auf der Rückseite direkt an den DSL-Router an oder nimmt den Weg über das Funknetz. Hier unterstützt das Gerät die wichtigsten WiFi- und Sicherheitsstandards bis hin zu WPA2.

Wie es sich für eine Audiokomponente gehört ist das IPdio Tune offen für Verbindungen. Per Cinch-Stereoausgang schließt man das Gerät an gängige Stereoanlagen an. Audiophile Nutzer finden außerdem digitale Koaxial- und Lichtwellenleiter-Anschlüsse (Toslink) auf der Rückseite. Lautsprecher hat das Gerät keine, weil es allein für den Einsatz mit Verstärkern gedacht ist.

Die Anschlüsse an der Gehäuse Rückseite

Die Entwickler haben dem Tuner gleich zwei Anschlüsse für Speichermedien spendiert: Auf der Vorderseite nimmt ein Schacht SD-Speicherkarten entgegen, die viel praktischere USB-Anschlussbuchse hat es hingegen nur auf die im Normalzustand unzugängliche Rückseite geschafft. Lobenswert: Die 6,35-mm-Klinkenbuchse auf der linken Frontseite ist sichtlich für bessere Kopfhörer gedacht.

Bedienung

In der Mitte der Front leuchtet sehr hell ein Display mit weißer Schrift auf blauem Grund. Die Helligkeit lässt sich einstellen, übrigens sogar getrennt für Standby- und aktiven Modus. Obwohl die Anzeige nicht klein ist, verwendet sie derart grobschlächtige Pixel, dass neben Statusinfos wie WLAN-Empfangsstärke nur zwei Zeilen Text zu je 15 Zeichen ins Display passen. Ist ein darzustellendes Objekt, etwa ein Sendername, länger, muss man einige Sekunden warten, dann erst scrollt das Gerät den Namen von rechts nach links übers Display. Ganz allgemein macht das die Navigation ziemlich unübersichtlich.

Die Bedienelemente an der Vordereite

Die Front kennt 4 Tasten, die eigentlich ausreichen, um damit alle Funktionen zu erreichen. Neben Standby und Preset/Play/Pause gibt es einen Modus-Umschalter (Netzradio, UKW, Medienplayer) und eine Back-Taste sowie den Tune/Select-Drehknopf, der sich als am Wichtigsten entpuppt. Die mitgelieferte, wertige Fernbedienung bietet eine alternative Bedienmöglichkeit über ein 4-Wege-Tastenkreuz. Dieses ist allerdings stellenweise unsinnig belegt: So verschiebt man bei der Volltextsuche die Zeicheneingabeleiste nur dann nach links und rechts, wenn man die Nach-oben/unten-Knöpfe drückt.

Der große Drehregler an der Gehäusefront dient zur intuitiv-schnellen Lautstärkeanpassung. Alle Knöpfe haben einen angenehmen Druckpunkt, auch die der Fernbedienung. Über die Tasten Store und Recall kann man mit ihr die fantastische Zahl von 99 Sendern speichern; 10 davon sind direkt über jeweils eigene Fernbedienungsknöpfe erreichbar.

Sendervielfalt/Menü

Um Radios zu finden, verwendet dnt hier das Reciva-Verzeichnis [http://www.reciva.com/]. Dieses ist leider etwas unübersichtlich: Geht man zum Beispiel den Weg über die Standortauswahl nach Europa und Deutschland, lädt das IPdio Tune eine Liste mit gut 1500 Sendern herunter – die der Nutzer dann mithilfe des zweizeiligen Bildschirms durchstöbern muss. Auch beim Weg über Musikrichtungen fehlt es an einer weitergehenden Aufteilung und daher auch an Übersicht. Selbst exotischere Stile wie „Bollywood“ oder „Experimentell“ enthalten noch mehr als 80 Sender, die über das magere Display zu sichten sind.

Interessante Alternative: Wer sein Radio bei (https://radios.reciva.com) registriert, kann dort Sender nach verschiedenen Kriterien suchen, selbst nach Audioformat und Bitrate können wir dort filtern. So gefundene Sender nehmen wir einigermaßen unkompliziert in eine eigene Verzeichnishierarchie auf. Diese zeigt sich dann nach einem Neustart auch innerhalb der Menüstruktur des nunmehr registrierten dnt Tune.

Neben „Internetradios“ bietet das Rack-IPdio im Hauptmenü auch „Personal Radio“ an. Dahinter steckt der Berliner Musikdienst „My Aupeo!“, über den man Genres wie Klassisch, Elektronisch oder Rythm & Blues wählt. Alternativ bietet Aupeo Musikzusammenstellungen an, die sich an Stimmungen orientieren. Das wirkt erst mal gewöhnungsbedürftig, doch wer zum Beispiel „Melancholic“ Pop oder Rock beziehungsweise „Relaxing“ Hip-Hop oder Weltmusik einfach mal ausprobiert, hört sehr schnell heraus, dass die Musik der „Gefühls-Sender“ tatsächlich zur gewählten Stimmung passt. Eine interessante Herangehensweise.

Sucht man im Aupeo-Menü „Interpretenstation“ nach bekannten Namen wie „Enya“ oder „ACDC“, kriegt man Musik von Bands und Interpreten zu hören, die zu diesem Schlagwort passen – im Fall von AC/DC hört man dann zum Beispiel auch Van Halen. Auch sehr schön: Alle Aupeo-Channels zeigen jeweils die Interpreten- und Track-Namen an und lassen sich ebenfalls in einem der 99 Speicherplätze der Fernbedienung sichern. Schade: Auch der Musikdienst Pandora ist als Menüpunkt vorhanden, in Deutschland aber nicht nutzbar.

Sound: Ohne eigenes Klangsystem

Klangqualität

Anders als die meisten anderen Internet-Radios hat das IPdio Tune kein eigenes Klangsystem – es ist allein für den Betrieb an Stereoanlagen gedacht. Dort klingt es ganz hervorragend, wobei zu bedenken ist, dass es meist die Radiosender selbst sind, die mit Klangbearbeitung, Datenrate und Formatwahl die Tonqualität bestimmen. Verwendet man die große Klinkenbuchse auf der Vorderseite mit einem guten Kopfhörer, ist der Sound ebenfalls amtlich.

Sonstiges

Das integrierte UKW-Radio erfreut durch seine saubere Empfangsqualität. Es dauert allerdings seine Zeit, bis man mit der etwas zähen Scan-Funktion alle verfügbaren Sender eingesammelt hat. Auf der Fernbedienung stehen auch für UKW 99 Speicher-Presets zur Verfügung.

Der integrierte Medien-Player beherrscht den Zugriff auf Quellen im Netzwerk ebenso wie auf lokale Speichermedien. Ungünstig nur, dass sich der USB-Anschluss auf der Rückseite befindet. Im Test gibt er dabei nicht nur MP3 und WMA, sondern auch AIFF-, M4A-, OGG-Vorbis-, FLAC- und WAV-Dateien wieder. Mit langen Dateinamen kommt der Player dabei problemlos zurecht, er entnimmt sogar ID3v2-Tags aus MP3-Dateien und zeigt sie an.

Über das Menü „Meine Favoriten“ findet man weitere Dienste von begrenztem Nutzen. Dazu gehört dar.fm, ein Webdienst, der Radiosender aufzeichnet und wiedergibt, sowie Live365, eine kostenlose amerikanische Plattform mit verschiedenen Radiostationen aus dem Independent-Bereich. Kleine Zubehörfunktionen wie ein Abschalt-Timer zum Einschlafen, fünf getrennt einstellbare Wecker und eine minimale Wettervorhersage runden das Bild ab.

Unser Testfazit

Das dnt IPdio Tune ist die erste Wahl für alle, die die Tuner-Komponente ihres klassischen Hi-Fi-Racks durch ein Internet-Radio ersetzen wollen. Als solches ist es wegen des schmalen Displays nicht immer perfekt zu bedienen, doch hat man seine 99 Lieblingssender erst einmal abgespeichert, steht dem Hörgenuss dank analogen und digitalen Ausgängen nichts im Wege. Angesichts der Leistung ist der Straßenpreis von 130 Euro gerechtfertigt: Das dnt IPdio Tune gehört an jeden Verstärker und sieht dort auch noch gut aus.

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POSITIV

  • + 99 Speicherplätze auf Fernbedienung
  • + Zahlreiche Radiosender bis hin zu Aupeo
  • + Reichlich Anschlüsse

Negativ

  • - Wenig übersichtliches Display
  • - USB-Anschluss auf Rückseite

Preisvergleich

Endnote 2,6 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Bedienung
    3.5
     
  • Klangqualität
    4.0
     
  • Sendervielfalt
    2.0
     
  • Ausstattung
    1.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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