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Ipdio Mini Testbericht

Andreas Winterer, 27. September 2014
Endnote 2,5 Befriedigend
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Beim IPdio mini ist der Name Programm: Es ist eines der kompaktesten Internet-Radios, kaum größer als ein halbes Kasten-Vollkornbrot. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Leistung in dem Winzling steckt.

(638 Rezensionen)

POSITIV

  • + 99 Speicherplätze per Fernbedienung
  • + Zugriff auf interessantes Aupeo-Radioangebot
  • + Drei echte Stations-Tasten am Gerät
  • + Line-Ausgang für Anschluss an Hi-Fi-Anlage

Negativ

  • - Durch die Größe begrenztes Klangvolumen
  • - Kopfhöreranschluss auf Rückseite
  • - Spröde Bedienung bei arg kleinem Display

Schon früh hatte der Dietzenbacher Zubehör- und Elektronik-Anbieter dnt verschiedene Internet-Radios im Programm. Das IPdio mini ist das derzeit kleinste im Angebot und ein seit Jahren gehandelter Klassiker, der obendrein auch günstig ist.

Design/Verarbeitung

Es versteht sich von selbst, dass man für um die 75 Euro keine Designerware erwarten kann: Das IPidio mini ist ein rechteckiger Kasten mit abgerundeten Ecken, Punkt. Optisch gewiss kein Blickfang, doch dank zurückhaltend schwarzer Gestaltung auch kein Design-Fehltritt. Mit 16,4 Zentimetern Breite bei 9,8 cm Höhe und Tiefe empfiehlt sich das kleine Schwarze für jedes Regal. Dort steht es bei mehr als 500 Gramm Gewicht relativ robust.

Die Optik des Ipdio Mini

Auch die Verarbeitung macht insgesamt einen sauberen Eindruck. Das Gehäuse besteht aus mattem Plastik, das sich aber solide und widerstandsfähig anfühlt. Die Front aus glänzendem Kunststoff bietet naturgemäß nur wenig Platz für Lautsprechergitter, Display und Knöpfe, doch die Anordnung ist sinnvoll und gut gelöst. Passt.

Inbetriebnahme

Nach dem Anschalten startet das Gerät in deutscher Sprache und sucht ein Funknetz. Es kann sich mit allen üblichen Verfahren und Sicherheitsprotokollen anmelden. Wegen des kleinen Displays muss man sich allerdings mühsam schrittweise durch die WLANs der Umgebung blättern. Und: Vertippt man sich bei der etwas unübersichtlichen Eingabe des WLAN-Keys, fanden wir es im Test weitaus einfacher, das Radio auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen, als den Schlüssel zu korrigieren. Am Ende gelingt es aber doch.

Für einen preiswerten Winzling ist das dnt-Gerät erstaunlich verbindungsfreundlich: Man kann nicht nur einen Kopfhörer anschließen, es gibt auch einen Line-Ausgang für den Anschluss an Stereoanlagen. Ein Line-Eingang fehlt, das würde bei dieser Größe aber auch nicht viel Sinn ergeben. Beide Buchsen benötigen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker und befinden sich auf der Rückseite des Geräts – beim Kopfhöreranschluss eine unglückliche Wahl.

Die Bedienung ist in Ordnung, gewinnt aber keine Preise

Bedienung

Es gibt wohl nur wenige Internet-Radios, die ein so winziges Display haben, wie das dnt IPdio mini. Beim Navigieren müssen wir mit gerade mal zwei blau beleuchteten Zeilen zu jeweils 16 Buchstaben auskommen und sehen daher stets nur einen winzigen Ausschnitt aus einer für uns sonst unsichtbaren Liste. Die Senderlisten und Menüs scrollt man mit dem großen und angenehm gerasterten Dial/Select-Rad und wählt dann durch Drücken des Drehkopfs das markierte Element. Während der Wiedergabe dient er auch zur Lautstärkeregelung.

Alles in allem gewinnt diese Bedienung keine Preise. Vor allem Nutzer, die gerne öfter mal nach neuen Sendern stöbern, sind bei anderen Geräten wahrscheinlich besser aufgehoben. Beim IPdio mini sollte man hingegen wissen, was man hören will. Am Gerät dienen dazu drei nicht als solche beschriftete Preset-Tasten an der Gehäusefront. Ihr Druckpunkt ist etwas unausgeprägt, dafür aber leise und angenehm.

Mit der Fernbedienung ist etwas möglich, was man bei Internet-Radios eher selten findet: Ihre 10 Ziffertasten geben zusammen mit einer speziellen Umschalttaste Zugriff auf sagenhafte 99 Stationsspeicher. Der Controller ist zwar sehr mickrig und verwendet teure Knopfzellen, doch im Fall des IPdio mini passt das ausnahmsweise zu den Dimensionen des Radios. Die Druckpunkte der Tasten sind angenehm, die Anordnung in Gruppen sinnvoll.

Sendervielfalt/Menü

Als Radioverzeichnis verwendet dnt den Anbieter Reciva [http://www.reciva.com/]. Der Nachteil zeigt sich in einer stark vereinfachten Senderwahl: Sucht man nämlich Broadcaster über ihren Standort, landet man bereits nach Wahl von Europa und Deutschland in einer Liste von etwa 1000 Radiostationen, die mit dem kleinen Display zu durchforsten wenig Spaß macht. Gleiches gilt für die Auswahl nach Musikrichtungen: Hat man sich für ein Genre wie Jazz oder Jungle entschieden, folgt keine weitere Unterteilung mehr. Allein im Stil „80er“ finden sich über 500 Sender, die im Minidisplay zu sichten sind.

Sinnvolle Hilfe: die Suchfunktion. Noch besser ist es aber, das Radio bei [https://radios.reciva.com/] anzumelden. Dort lassen sich auf der Weboberfläche leicht Netzfunkhäuser suchen und in einer Favoritenliste (mit eigenen Ordnern) speichern. In der Praxis gelingt es uns erst nach längerem Herumprobieren, diese Studios dann auch tatsächlich auf dem Radio (im Menü „Meine Favoriten“, „Meine Sender“) zu finden. Weniger schön: Die ohnehin wortkarge Anleitung ist hierbei keine große Hilfe.

Weitere Sender findet man über die Reply-Taste der Fernbedienung, die laut Handbuch gar keine Funktion hat. Hier lassen sich besonders populäre Stationen oder solche aus Deutschland finden. Stöbert man durch die Menüs, zeigt sich hier außerdem das spezielle Radioverzeichnis Live365 [http://www.live365.com] mit weiteren Broadcastern, vornehmlich aus dem Bereich Independent-Musik.

Das Ipdio Mini liefert ein ausgewogenes Klangbild

Klangqualität

Klanglich schlägt sich das kleine IPdio bis hin zu mittleren Lautstärken sehr ordentlich. Es liefert ein relativ ausgewogenes Klangbild mit passablen Höhen und Bässen, in dem Metal, Klassik und Elektronik gleichermaßen gut zur Geltung kommen – allerdings nie richtig Volumen entwickeln. Sprache und Nachrichten sind sehr gut verständlich. Beim leisen Hören erfreut das mini sowohl mit Kopfhörer als auch ohne dadurch, dass man keine verrauschten Störungen vernimmt.

Dass aus einem 16 Zentimeter breiten Gehäuse mit einem 1,5-Watt-Laufsprecher nicht viel Sound rauskommen kann, liegt auf der Hand. Dreht man die Lautstärke voll auf, beginnen die Bässe zu dröhnen und man kann das Gerät förmlich vibrieren sehen. Weil das mini aber einen Line-Ausgang mitbringt, kann man es auch an seine Stereoanlage anschließen und dort deutlich mehr Sound herausholen.

Sonstiges

Der eingebaute Mediaplayer beherrscht die Standard UPnP und DLNA und kann daher auf typische Netzwerkfreigaben aller Art zugreifen und sich von dort auch bedienen. Dabei unterstützt er neben WMA und MP3 auch das verlustfreie Format FLAC. Die Auswahl der Quellen ist eigentlich simpel, aber auch hier sorgt das arg kleine Display für wenig Übersicht.

Überaschenderweise findet man im Menü für die eigenen Favoriten auch den Musikdienst Aupeo. Dabei handelt es sich um ein personalisierbares Radioangebot aus Berlin. Auch ohne Anmeldung kann man dort einige Genres wie Blues, Hip-Hop, Reggae und so weiter wählen. Alternativ stellt man Stimmungen wie Stress, Dancable oder Energetic ein, und innerhalb dieser Rubriken Subgenres wie Energetic Pop, Energetic Rock oder Energetic Hip-Hop. Praktisch: Auch die Aupeo-Stationen können wir direkt in die 99 Presets der Fernbedienung speichern, sogar gemischt mit den normalen Internet-Radios.

Weitere Extras: Insgesamt fünf Wecker stehen zur Verfügung, die den Besitzer mit der Musik des gewählten Sendes aus dem Schlummer holen. Und mithilfe eines Sleep-Timers lässt sich das Radio nach einer wählbaren Zeit – zwischen 15 Minuten bis über 3 Stunden – in den Standby-Modus schicken. Dort fehlt aber der Schnellzugriff: Beide Funktionen sind unnötig tief in den Menüs versteckt und haben keine eigenen Tasten.

Testfazit

Internet-Radios gibt’s viele, nur wenige sind so kompakt wie das dnt IPdio mini. Selbst im schmalsten Regalfach findet es Platz und gibt doch Zugriff auf Tausende von Netzradios und auf die interessanten Stimmungs-Sender von Aupeo. Doch die Bedienung stellt bei diesem Gerät eine gewisse Hürde dar. Auch schafft es der Winzling klanglich nicht über ein Badezimmerradio hinaus. So ist das dnt IPdio mini vor allem ein preiswertes Budget-Netzradio für Hörer, die einmal ihre Sender zusammensuchen und dann nur noch Presets abrufen. Und: Billiger kann man keine Stereoanlage um Internet-Radio erweitern.

(638 Rezensionen)

POSITIV

  • + 99 Speicherplätze per Fernbedienung
  • + Zugriff auf interessantes Aupeo-Radioangebot
  • + Drei echte Stations-Tasten am Gerät
  • + Line-Ausgang für Anschluss an Hi-Fi-Anlage

Negativ

  • - Durch die Größe begrenztes Klangvolumen
  • - Kopfhöreranschluss auf Rückseite
  • - Spröde Bedienung bei arg kleinem Display

Preisvergleich

Endnote 2,5 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Bedienung
    3.0
     
  • Klangqualität
    3.0
     
  • Sendervielfalt
    2.0
     
  • Ausstattung
    3.0
     
  • Verbindung
    1.0
     
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